Butschkow´s Blog



Kurzes Glück

Autor: Butschkow am 17.06.2016


Handy

Mein Handy ist tot!!!! Ich fasse es nicht. Der Akku ist voll, daran kann es nicht liegen. Aber es sagt keinen Pieps mehr. Tot, stumm, schwarz – Ende. Ich habe nackte Angst um meine Daten, um Adressen, Fotos, Notizen. Die Angst, jetzt in einer Kolonie von Ausgestoßenen für immer mein ödes, kommunikationsloses Dasein zu fristen. Aber dann packt mich plötzlich ein euphorischer Schub: Ich bin frei! Ich kann auf der Straße wieder aufrecht gehen! Ich muss nicht mehr ständig erreichbar sein, nicht mehr bei elektronischen Signalen zusammenzucken, nicht mehr tippen, wischen, schieben, als hätte ich feinfunktionelle Störungen! Keine Angst vor Viren mehr! Ich verschwinde aus dem apokalyptischen Netz und genieße mein Leben ohne Kontaktterror. Wer was von mir will, soll mir schreiben oder mich besuchen. Ans normale Telefon gehe ich noch. Da ist Niko dran und sagt, ich soll synchron die zwei Tasten drücken, dann bin ich wieder dabei. Es funktioniert. Ein Jammer.