Butschkow´s Blog



Fondue

Autor: Butschkow am 19.08.2016


„Kommt doch zu uns, wir machen Fondue!“ Eine Einladung, die mich erschaudern lässt. Ich hasse Fondue. Meine Freunde aber - ja, meine ganze Familie - lieben es. So weiß ich nun, was auf mich zukommt: ein Topf, randvoll mit kochendem Fett, kleingeschnittenes, rohes Fleisch, hundert Schälchen mit Beilagen und Dressings und lange Gabeln mit farbigen Punkten am Griff, damit jeder weiß, welche Gabel seine ist. Dann spießt man damit ein oder mehrere Stückchen Fleisch auf und taucht sie ins brodelnde Fett. Dann heißt es warten und aufpassen, dass einem keiner die Gabel klaut. Ich, hungrig und fressneidisch, bin dabei voll gestresst. In der Not esse ich ganze Weißbrote und Beilagen, bis ich mir endlich den ersten Happen geschrumpftes Fleisch, den ich vehement gegen Anfeindungen meiner Mitesser verteidigen muss, die mir unterstellen, ich hätte mich an ihrer Fleischgabel vergriffen, auf dem Teller würzen darf. Dann geht das Spiel wieder von vorne los. Ich komme in meiner Ernährung einfach nicht voran und richtig satt werde ich auch nicht. Andere nennen das Esskultur, ich nenne es Überlebenstraining.