Ich sach ma...

...die Realität schreibt die schönsten Geschichten. Ich hatte nämlich Hunger - Freunde von mir sind der Ansicht, dass das ein Dauerzustand ist – und zwar nach langer Zeit mal wieder auf Huhn. Da gab es doch diesen altmodischen WIENERWALD in der Altstadt? Der Laden ist wirklich noch am alten Platz, aber er heißt jetzt „HendlHouse“! Man verwandelte sich also vom barocken Brathuhnstüberl zum zeitgemäßen Chickengrill. Das aber nur im Namen und im Logo, die Inneneinrichtung ist brav wie immer: Hellbraun furnierte Möbel, verschnörkelte Lampen und Stühle mit Bastgeflecht. Auch die Bedienung, der Klassiker. Dralle, ältere kleine Dame im Dirndl (ich bin schließlich in Passau), verschmitzt und freundlich. Ich bestelle ein „HendlHouse Grillhendl mit Pommes“, der altbewährte Standard. Minuten später stellt sie mir einen kleinen Korb mit einem winzigen Tongefäß und etwas Brot hin und sagt folgenden Traumsatz: „Ein kleines Hendlschmalz zum Probieren – und ich bin die Hilde!“ Zweifelsohne ein Ergebnis des letzten, harten Personaltrainings. Ich darf – oder soll? - jetzt „Hilde“ zu ihr sagen!!! Ich machs. Als Hilde mir am Ende die Rechnung über 14.- Euro bringt (plus 2.- Euro Trinkgeld!) und mir auf meinen Zwanzigeuroschein versehentlich 34.- Euro herausgibt, sage ich verlegen: „Hilde, du sollst doch nicht!“

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