Butschkow´s Blog



Barship

Autor: Butschkow am 14.02.2020


Barship

Vor langer Zeit, ich lebte einige Jahre im Rheinland, warf ich Preuße mich mal in den Kölner Karneval. Vier Tage und Nächte lang schlug ich mich durch das närrische Treiben und als ich wieder ausgenüchtert war, fühlte sich diese Erfahrung irgendwie unwirklich an - aber da war ja noch dieser kleine, reale Zettel von dieser hübschen, fröhlich beduselten Blonden, die sich am letzten Abend in der rappelvollen Kölschkneipe an der Bar schnurrend an meine Brust geschmiegt und mir ihre Telefonnummer notiert hatte. „Ruf mich bitte an“, hatte sie traurig geantwortet, als ich ihr schweren Herzens erklärte, dass ich weiter ziehen musste, weil mich meine Kumpels in einem Losverfahren zu meinem Leidwesen zu ihrem Fahrer erkoren hatten. Aber ich besaß ja noch dieses Stück Papier, den Schlüssel zum Paradies, mit dem ich unserer Liebe Tür und Tor öffnen und alles Versäumte nachholen würde. Vielleicht wäre es auch was für die Ewigkeit? Ich war bereit. Aschermittwoch, ich konnte es kaum erwarten. Das Freizeichen erklang, dann eine warme, weiche Stimme – ich erkannte sie sofort wieder: „Ja, bitte?“ - „Marion?“ - „Ja. Wer ist denn da?“ - „Ich bin´s, Peter“, flötete ich in den Hörer. Stille. „Welcher Peter?“ - „Na, der große, schlanke mit dem dunklen Lockenkopf von gestern Abend.“ - „Tut mit leid, Sie sind falsch verbunden...tüüüt...tüüüt...tüüüt...“ Gott, können Frauen brutal sein.