Butschkow´s Blog



Manno

Autor: Butschkow am 06.09.2019


Unbenanntes Werk

Wann die Herrschaft des Mannes angefangen hat, weiß heute keiner mehr, auf einmal war sie da. Frau hat wahrscheinlich gedacht, ach, lass das Kerlchen sich wichtig machen, es beruhigt sich wieder. Hat es aber nicht. Im Gegenteil. Bis heute leidet die Frau an dieser historischen Unachtsamkeit und muss sich Stück für Stück ihre Anerkennung zurückerkämpfen. Dass das dem Kerlchen nicht gefällt, ist doch logisch, wer gibt seine Privilegien schon gerne freiwillig auf? Schon schlimm genug, dass Frauen alleine Kinder bekommen können und sogar den Führerschein ohne Erlaubnis ihres Mannes machen dürfen, von der Wahlberechtigung mal ganz abgesehen. Aber der Mann wäre nicht Mann, wenn er nicht um seine Macht kämpfen würde. Und das tut er mit allen sauberen und unsauberen Mitteln. Warum sich gerade die Berufsgruppe der Architekten dabei besonders hervor tut, wäre eine Untersuchung wert.

Sie haben dem anderen Geschlecht bei der Planung der öffentlichen Sanitäranlagen aus Gemeinheit nur eine begrenzte Größe zugedacht, um sich aus ihren verspiegelten Hochhaustürmen versteckt daran zu ergötzen, wie sich die Frauen vor den Toiletten in langen Schlangen vor lauter Blasenschmerz die Beine verknoten. Die organbedingte Abhängigkeit der Frau von Toilettenkabinen haben sie hohnlachend ignoriert oder bewusst nicht darüber nachdenken wollen, dass womöglich auch mal mehr als vier Frauen aufs Klo müssen. Die Männer indessen stürzen gleich nebenan enthemmt in die ausreichend vorhandenen Pissoire und fluten ihre Blasen. Voraussichtliche Wartezeit: Null. Nicht genug der Demütigung, jetzt fangen manche Männer sogar schon an zu kochen.